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Einleitung von Martin Fischer
Im Jahre 1994 wurde eine der für mich spannendsten und lehrreichsten Institutionen in Wetzlar zum Leben erweckt. Zwar war ich anfangs noch "zu jung", um aktiv mitarbeiten zu dürfen, jedoch ließ ich mich dadurch nicht davon abhalten, viele Jahre und zuletzt zwei Wahlperioden als Sprecher des parteiunabhängigen Jugendgremiums tätig zu sein. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für all das, was wir gemeinsam lernen, bewegen, verändern und anstoßen durften.
Ein Beitrag, der im Original unter http://hessen.junetz.de/partizipation/projekte/foren/wetzlar.htm zu finden ist:
(Stand 20.05.2005)
Jugendforum – Wetzlar
Adresse
Wetzlarer Jugendforum
c/o Jugendbildungswerk
Ernst-Leitz-Str. 46
35573 Wetzlar
Fax: 06441/99-398, e-Mail: jbw@wetzlar.de
Ort
Die Stadt Wetzlar (Mittelhessen) hat 52.727 Einwohner. Der Anteil der 0 – 20jährigen an der Wohnbevölkerung beträgt 22 %. Der Anteil Nichtdeutscher in dieser Altersgruppe beträgt ca. 25 % bei Schwankungen zwischen 48 und 5 % je nach Stadtbezirk.
Ausgangslage
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Mit Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, vom 24.5.1994, wurde eine Grundsatzentscheidung getroffen, Kindern und Jugendlichen im kommunalen Bereich Mitwirkungsmöglichkeiten zu eröffnen. Der Konzeptentwurf wurde in Richtung eines „offenen“ Forums getroffen, bei dem junge Leute aus Wetzlar ohne ein Wahlverfahren mitwirken können.
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Mitgliederwerbung: jeweils zu Schuljahresbeginn macht das Jugendbildungswerk in den 7. Klassen der Wetzlarer Schulen Werbung, um neue Interessierte für das Jugendforum zu gewinnen.
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Ziel: jungen Leuten aus Wetzlar „politische Primärerlebnisse“ zu eröffnen und sie zum Engagement zu motivieren und zu qualifizieren.
Organisationsform
Die Neueinsteiger des Wetzlarer Jugendforums werden im Rahmen der regelmäßig stat-tfindenden KO- Sitzungen (von Koordination) willkommen geheißen. Die erfahreneren Mitwirkenden erläutern den „Neuen“ Möglichkeiten, beim Jugendforum aktiv zu wer-den, stellen AG´s vor und fragen das Interesse der Neuen ab. Dem schließen sich weitere KO-Treffen, bei Interesse AG-Treffen sowie Einsteiger- und Teamtrainingsseminare an. Weiterhin können sich Interessierte im Rahmen von Rhetorikseminaren/Redetrainings und Moderationstrainings weiterbilden. Fortbildungs- und Seminarangebote des Jugendforums sind für die Jugendlichen kostenlos, weil die Stadt Wetzlar diese Aktivitäten über das Jugendforum gezielt fördert. Zu dem „harten Kern“ von etwa 30 Mitwirkenden kom-men jeweils zu Schuljahresbeginn Neue hinzu. Im Frühjahr findet im Rahmen eines Wochenendseminars die jährliche Wahl des Jugendrates, des geschäftsführenden Vorstandes, statt.
Beteiligung
Die Jugendlichen sind darum bemüht, das Leben in ihrer Stadt/ihrem Stadtteil l(i)ebenswerter zu gestalten. Das äußert sich darin, dass sie Kritikpunkte, Anregungen und Verbesserungsvorschläge, die ihnen auffallen oder an sie herangetragen werden, bei ihren Treffen und Sitzungen diskutieren und zu Anträgen formulieren. Diese Initiativen landen garantiert nicht im Papierkorb, sondern sie werden (wie ein Fraktionsantrag) über den Jugenddezernenten an den Magistrat und die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung weitergeleitet. In den Ausschüssen haben die Mitwirkenden des Jugendforums Rederecht, um ihre Anträge zu begründen. Manchmal scheitern die Anträge (meist wegen fehlenden Geldes), manchmal kommen sie etwas abgewandelt zum Zuge, doch oft werden sie zu aller Zufriedenheit ausgeführt. Die gute Zusammenarbeit zwischen Jugendforum, Wetzlarer Kommunalpolitik und Stadtverwaltung garantiert Erfolgserlebnisse!
Perspektiven Jugendforum - Erfolgserlebnisse
Da wären z. B. die Skateanlage im Europapark, die mobile Skateanlage, der Stadtführer für junge Leute „Wetzlar-Ätzlar?!“, ein Radwegekonzept mit gezieltem Ausbau der Radwege, Talkshow zum Thema Gewalt an Schulen, weitere spezielle AG´s wie Graffiti, Freizeit, Cool-Tour, Downhill-Biking, Skaten, weitere AG´s bei Bedarf. Im Rahmen der jugendpolitischen Fragestunde werden Kommunalpolitiker ins „Kreuzverhör“ genommen. Dass legale Graffities an städtischen Wandflächen, Fußgängerunterführungen und Bushaltestellen einen beson-deren Stellenwert genießen, ist auch auf eine Initiative des Jugendforums zurückzuführen. Ebenso eine neu hergestellte Downhill-Strecke. Auch eine besonders unkonventionelle Art der Öffentlichkeitsarbeit findet guten Anklang: die Mitwirkung beim großen Wetzlarer Faschingsumzug mit einem selbstgestalteten Motivwagen des Jugendforums. Junge Wetzlarer/innen mischen sich auch bei landespolitischen Fragestellungen ein und sind bei der LAG JUPP aktiv. Das Jugendforum arbeitet überparteilich, jede/r redet wie ihm/ihr der Schnabel gewachsen ist, kritische Standpunkte sind gefragt.
Erfolge und Probleme
Plus: dass die jeweiligen Generationswechsel zu Schuljahresbeginn durch die aktiv Mitwirkenden ohne Brüche stattfinden. Engagierte Mitwirkende haben sich durch Praxis und Fortbildungen so weit qualifiziert, dass sie bereits selbst bei Fortbildungen aktiv werden. Diese positive Vorbildfunktion ist wichtig.
Minus 1: das direkte Gespräch zwischen Jugendlichen und Politikern läßt zu wünschen übrig. Der Dialog sollte beiderseits aktiver geführt werden. Wohlwollen alleine reicht nicht, um die erkennbare Distanz zwischen Jugendlichen und Politikern zu überwinden.
Minus 2: die praktizierende „Demokratiewerkstatt Jugendforum“ sollte eine stärkere Ergänzung in den Schulen erfahren. Das eigene Lebensumfeld der SchülerInnen eröffnet zahl-reiche Lern- und Gestaltungspotenziale, die es im Unterricht zu fördern gilt.
Perspektiven
Die „Breitenwirkung“ der Mitgliedergewinnung, der niedrigschwellige Einstieg, Fortbildung und Qualifikation für die Mitwirkenden sowie handlungsorientierte Arbeitsweisen, die unkonventionell sind und auch Spaß machen, bilden eine gute Ausgangslage.
Statement
Statement einer Mitwirkenden: „Kommt gut!“
Verfasser: Hans Helmut Hofmann
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